Die nächsten Aktionswochen werden 2011 stattfinden
Aktionswochen gegen Rechtsextremismus 2009
CD-Kaserne gGmbH präsentierte in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration, Abt. Verfassungsschutz in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle, mit Unterstützung durch die Berufsbildende Schule I und das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus
Celler Aktionswochen gegen Rechtsextremismus
Vom 10.-19. März 2009
Kernstück der Wochen war die Wanderausstellung des Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration, Abt. Verfassungsschutz zum Thema Rechtsextremismus. Umrahmt wurde die Ausstellung von einem Rahmenprogramm, das sich von Kulturveranstaltungen über Vorträge bis hin zu einer Kinderuniversität erstreckte. Ausstellung und Rahmenprogramm fanden in den Veranstaltungshallen der CD-Kaserne statt und ergänzten sich gegenseitig zu einer nachhaltigen Aktion gegen Rechtsextremismus.
Auf Grund diese Erfolgs wird es weiter Aktionswochen 2011 geben.
Die Wanderausstellung
„Verfassungsschutz gegen Rechtsextremismus … Demokratie schützen“
Zur Ausstellung:
Seit einiger Zeit beobachten die Verfassungsschutzbehörden, dass sich der Rechtsextremismus in seinem Erscheinungsbild grundlegend verjüngt. Dominierten bis Mitte der achtziger Jahre noch rückwärtsgewandte und kriegsfixierte ältere Rechtsextremisten, so hat sich seitdem eine inzwischen verfestigte rechtsextremistische Jugendszene herausgebildet, die über eine eigene Symbolik, einen eigenen Verständigungscode und über ein breit gefächertes mediales Angebot verfügt. Die Wanderausstellung des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Integration, Abt. Verfassungsschutz gibt einen Überblick über die aktuellen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Ein kurzer Film führt in das Thema der Ausstellung ein und vermittelt einen Eindruck von den jüngeren Entwicklungen der rechtsextremistischen Szene. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Beispiele rechts-extremistischer Musik. Zwei "Musikboxen" demonstrieren eine Auswahl von jeweils zwölf rechtsextremistischen Musikstücken unterschiedlicher Stilrichtungen. Neben Liedtexten und CD-Illustration werden auf den Bildschirmen Kurzprofile der Bands sowie Angaben über Indizierung und strafrechtliche Relevanz der Musik dargeboten. Gerade weil die Musik auf emotionale Wirkung zielt und Tabus bricht, ist sie für Jugendliche verführerisch. Auf diese Weise hat die rechtsextremistische Musik und Symbolik einen Wirkungsradius erlangt, der über das von den Verfassungsschutzbehörden registriertes Potenzial hinausreicht.
In einer weiteren Media-Box erhält der Ausstellungsbesucher einen Einblick in die nur schwer kontrollierbare Nutzung des Internets durch Rechtsextremisten. (www.verfassungsschutz.niedersachsen.de)
Führungen:
Die Ausstellung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit und vor allem an Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der 8. Klasse.
Für Schulklassen und Gruppen wird empfohlen, an einer Führung teilzunehmen, die von Mitarbeitern/innen des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Integration, Abt. Verfassungsschutz durchgeführt werden.
Zusätzliche Fachkompetenz durch Mitarbeiter des Fachdienstes Jugendarbeit
Der Fachdienst Jugendarbeit unterstützte die Ausstellung mit dem Projekt PräGeRex während den Schülerführungen im Foyer der CD-Kaserne mit vertiefenden Informationen zu folgenden Themen: rechtsextremistische Musik, rechtsextremistische Computerspiele, rechtsextremistische Filme und Propaganda, rechtsextremistische Abkürzungen und Zahlencodes, Rechtsextremismus im Internet, Strategien und Absichten der rechten Szene, Frauen in der rechten Szene, die Geschichte der Skinheads, Beratung von Betroffenen, Aktuelle Bestrebungen der rechtsextremistischen Szene
Das Rahmenprogramm
So gestaltet sich das Rahmenprogramm 2009
Donnerstag, 12.03.2009 | Anmeldung erforderlich
Kunstprojekt „Rassismus in der Kiste“ maximale Teilnehmerzahl 20 Personen
Das Kunstprojekt richtet sich an interessierte SchülerInnen, die gemeinsam mit verschiedenen Materialien Installationen zum Thema Rassismus in vorgefertigten Holzkisten kreieren. Die verschiedenen Objekte können durch stapeln zu einer großen Installation zusammengefügt und ausgestellt werden.
Samstag, 14.03.2009 €| Einlass: 19:00 Uhr | Beginn: 20:00 Uhr
Serdar Somuncu „Hass Prediger“ | VVK: 10,90€ erm.: 7,90€ | AK: 13€ erm.: 10€
Kaum ein anderer Kabarettist polarisiert so stark wie er. Mit seinen bekannten Lesungen aus „Mein Kampf“ von Adolf Hitler provozierte er so stark, dass er auch schon mit kugelsicherer Weste und Polizeischutz auftreten musste.
Mit seinem neuen Programm „Hassprediger – Ein demagogischer Blindtest“ hinterfragt er nun Ausschnitte aus berühmten Reden der Weltgeschichte von Osama Bin Laden bis Roland Koch und stellt sie einander gegenüber. So weit, so gut, könnte man denken. Wenn man die Namen derjenigen wüsste, deren Reden da gerade verlesen werden. Denn die wird Serdar Somuncu nicht nennen. Ein Blindtest eben. Vor allem ein Einblick in die Austauschbarkeit politischer Flosken jenseits von Zeit und Parteizugehörigkeit.
Nach dem Studium der Musik, Schauspielkunst und Regie in Maastricht und Wuppertal inszenierte Somuncu seit 1985 mehr als 100 Theaterstücke und trat auch als Schauspieler auf, unter anderem an den Schauspielhäusern in Bochum, Bremen und Oberhausen. Außerdem spielte Somuncu immer wieder kleine Rollen für Fernsehserien, wie z. B. in Schwarz greift ein mit Klaus Wennemann, der Lindenstraße und zuletzt in Dr. Psycho mit Christian Ulmen. Als Sprecher vertonte er mehrere Hörspiele u. a. für den WDR.
Bekannt wurde er nach 1996 mit einer szenischen Lesung von ausgewählten Textstellen aus dem Buch Mein Kampf von Adolf Hitler. Seine jahrelange Tournee unter dem Titel Nachlass eines Massenmörders wurde zu einem großen Publikumserfolg (über 1.500 Auftritte vor mehr als 250.000 Menschen). Im Jahre 2000 startete Somuncu eine weitere Lesung und präsentierte hierbei Ausschnitte aus der Sportpalastrede des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels vom 18. Februar 1943. Dabei trat er unter anderem auch vor ehemaligen Häftlingen der Konzentrationslager in Buchenwald und Sachsenhausen auf.
Sonntag, 15.03.2009
„Tag der offenen Tür“ von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
An diesem Tag kann die Ausstellung ohne Führung besichtigt werden. Die Mitarbeiter des Fachdienst Jugendarbeit informieren alle interessierten Besucher über rechtsextremistische Musik, Computerspiele, Filme und Propaganda, Abkürzungen und Zahlencodes sowie Rechtsextremismus im Internet, Strategien und Absichten der rechten Szene, Frauen in der rechten Szene, die Geschichte der Skinheads, Beratung von Betroffenen und aktuelle Bestrebungen der rechtsextremistischen Szene
Dienstag, 17.03.2009 | Beginn:19:00 Uhr | Dauer ca. 2 Stunden „Wissenschaftlicher Vortrag“ | keine Anmeldung erforderlich
Kann es sein, dass ich rassistisch denke und handle ohne es zu wollen und vielleicht sogar ohne es zu merken? Ist überhaupt mein alltägliches Leben von rassistischen Sprüchen, Parolen, Witzen oder Fragen geprägt? Sind nicht meine selbstverständlichen Vorstellungen und Verhaltenspraxen als „weiß“, „westlich“ und „christlich“ an sich schon eine Quelle des Rassismus im Alltag? Ich, Rassist? Wer eine anregende und angemessene Antwort auf diese Fragen erhalten möchte, ist herzlich eingeladen in dem Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Leiprecht von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit dem Thema „Umgang mit Rassismus im Alltag“.
Donnerstag, 19.03.2009 | Anmeldung erforderlich |
„Die Kinder Uni „ | Beginn: 10:00 Uhr | geeignet für Grundschulkinder
Im Rahmen einer Kinderuniversität wird sich dem Thema Fremdenfeindlichkeit auf kindgerechter „wissenschaftlicher“ Weise genähert.
„Stellt euch vor, jeder Mensch könnte seine Haut wechseln, wie er täglich seine Kleider wechselt. Mal schwarz, mal weiß, mal lila, mal grün – wie es ihm gefällt. Würde er dadurch ein anderer Mensch werden? Wohl kaum. Aber viele Leute glauben, dass Menschen mit bestimmten Haut- und Haarfarben bestimmte gute oder schlechte Eigenschaften haben. Die guten Engel werden meistens blond und in weißen Kleidern dargestellt. Böse Hexen dagegen haben auf Bildern oft rote Haare und schwarze Kleider. Wo kommt diese Zuordnung der Haut- und Haarfarben her? Und warum denken sich Menschen solche komischen Zusammenhänge überhaupt aus? Das genau werden Dr. Dursun Tan von der Stadt Hannover (Fachbereich Jugend und Familie/Fachberatung für Kindertageseinrichtungen Stadt Hannover) und Interkultureller Dip.-Päd. Blaise Pokos von der CD-Kaserne gemeinsam mit den Kindern in der Vorlesung versuchen, herauszufinden“.
Donnerstag, 19.03.2009 | Eintritt frei| Einlass: 17:30 Uhr | Beginn: 18:00 Uhr
Filmvorführung: „roots germania““
anschließende Gesprächsrunde mit Mo Asumang (Buch/Regie) persönlich und afrikanisches Buffet
In einem Lied der mittlerweile aufgelösten rechtsextremistische Band White Aryan Rebells (W.A.R.) wurde zum Mord an Frau Asumang und anderen Prominenten (Friedmann, Süssmuth…) aufgerufen. Zunächst geschockt stellt sich Fr. Asumang ihren Ängsten und versucht den Sänger der Band zu einem Gespräch zu bewegen, was dieser ablehnt. Nun recherchiert sie weiter in der Szene zum Germanenbild und sucht ihre eigenen Wurzeln.
Auf ihrer Recherchereise versucht Mo Asumang die Ursachen solchen Hasses und die Ausgrenzung von Migranten zu ergründen. Den bösartig gemeinten Rat der Neonazis nimmt Mo Asumang dabei ernst: „Geh dahin, wo du hergekommen bist!". Ist das ihr Geburtsort Kassel? Oder Ghana, woher ihr Vater stammt? Aber dort gilt sie als Weiße. Doch ein Aufenthalt dort öffnet ihr die Augen für einen ganz neuen Weg, den Rassismus und Germanenkult deutscher Neonazis zu hinterfragen. So wird Mo`s Identitätssuche ganz nebenbei auch eine spirituelle Reise zu afrikanisch und germanischen Ahnen und Kultplätzen. Doch nicht nur das. Mo mischt sich auf einer NPD-Demo unter 3000 Neonazis, bringt Nazikader aus der Fassung, durchforstet braune Websites im Internet, und steigt in die „Himmler Gruft" der Wewelsburg hinab. Eine intensive, aber immer wieder auch ironisch-humorvolle Reise, die nicht nur dazu führt, ein persönliches Trauma abzulegen, das durch Vorurteile, Hass und Furcht zustande kam. Mo wächst den Neonazis dabei über den Kopf.
Aktionswoche gegen Rechtsextremismus 2006
Verfassungsschutz gegen Rechtsextremismus...Demokratie schützen!


Volker Homuth - Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz in der
Celle, 16.06.2006: Am Dienstag, den 6. Juni 2006, fand in der CD-Kaserne die Eröffnungsveranstaltung zur Wanderausstellung "Verfassungsschutz gegen Rechtsextremismus...Demokratie schützen!" statt.
Die Ausstellung wurde in der Zeit vom 07. bis 16. Juni 2006 täglich von 9-18 Uhr geöffnet und von über 1.200 Schülern der Real- und Hauptschulen, sowie Gymnasien aus Stadt und Landkreis Celle besucht. Die Schulklassen wurden von Mitarbeitern des Niedersächsischen Verfassungsschutzes durch die Ausstellung geführt und über das aktuelle Erscheinungsbild des Rechtsextremismus aufgeklärt. Die Führungen waren bereits zwei Wochen nach Bekanntgabe ausgebucht. Neben den Schulen nahmen auch Bundeswehrgruppen an den Führungen teil. Auch andere Interessierte hatten täglich die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. So sahen während der zwei Wochen ca. 2.000 Menschen die Ausstellung. Zwei Mitarbeiter des Fachdienstes Jugendarbeit der Stadt Celle waren ebenfalls während der gesamten Ausstellungsdauer vor Ort und boten zusätzliche Informationen zu Thema Rechtsextremismus an. Ulrich Siegmann und Marcus Laube gelten in Celle als Experten für Prävention gegen Rechtsextremismus und haben in der Stadt bereits verschiedene Projekte zu diesem Thema geleitet.
Bei der Eröffnungsveranstaltung begrüßten Frau Hogenkamp (Aufsichtsratvorsitzende der CD-Kaserne gGmbH) als auch Herr Gonell (1. Stadtrat von Celle) die geladenen Gäste im Foyer der CD-Kaserne. Mit dem Wort des Präsidenten des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Herr Homuth, wurde die Ausstellung eröffnet. Auch Herr Thomsen (Geschäftsführer der CD-Kaserne gGmbH), der dem Verfassungsschutz als Berater bei der Entwicklung des musikbezogenen Teils der Ausstellung zur Seite stand, stellte in seiner Rede noch einmal die Notwendigkeit der Präventionsarbeit dar: "Die Musik, die Inhalte und die Botschaften der rechtsextremen Szene sind überall verfügbar, weshalb es umso wichtiger ist, hier Prävention zu leisten" so Thomsen. "Diese wird durch die Ausstellung ermöglicht. Die Prävention muss jedoch auf einer sachlich fundierten und didaktisch qualifizierten Ebene stattfinden, dafür hat der Verfassungsschutz mit der Ausstellung gesorgt."
(kt)
